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Wissenswertes rund um Samen für die Anzucht

Vorfreude auf den Sommer - Gewächshaus Juliana Compact

Zu den Vorteilen eines Gewächshauses gehört, dass man Anbauen kann, was für einen wirklich interessant ist und man nicht auf das Jungpflanzenangebot der Gärtnereien oder Gartencenter angewiesen ist.

Ob alte Tomatensorten, scharfe Chili oder Treibsalate - man vermehrt alles selber aus Samen. Doch Informationen über Sorten und Anbieter findet man im Internet reichlich, in diversen Foren werden Erfahrungen verbreitet - doch sind sie einfach übertragbar? Daneben werden von Versand-, aber auch von Spezialgärtnereien gedruckte Kataloge verschickt, fast haptisch erlebt man „kommende Ernten“, obwohl man weiß, dass die Farben und die zukünftigen Ernteerfolge oft übertrieben sind. Noch schwieriger wird es durch Hinweise auf alte oder regionale Sorten; die sollen grundsätzlich alle besser sein? Dazu Warnungen vor F1 Hybriden, genveränderten Sorten, zuletzt noch Mahnungen vor Monopolisten, die den Gemüsegarten erobern! Was soll man also machen?

Für Prüfung und Zulassung neuer Sorten ist das Bundessortenamt zuständig, eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das Bundessortenamt prüft jede neue Sorte vor der Zulassung und kontrolliert später die Qualität des verkauften Saatgutes.

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Das Bundessortenamt prüft jede neue Sorte

Alles für die Aussaat  - Alles was man für die Aussaat braucht. Wichtig: gute Aussaaterde und alle Materialien sauber verwenden.

Nein. § 3 des Saatgutverkehrsgesetzes (SaatVerkG) regelt die Bedingungen für das "in Verkehr bringen" von Saatgut. Ein Inverkehrbringen von Saatgut liegt dann vor, wenn das Saatgut den Erzeugerbetrieb verlässt und auf einen dritten Betrieb oder in einen Haushalt kommt. Dabei ist es nicht von Belang, ob das Saatgut verkauft, verschenkt oder getauscht wird. Übrigens: Privatpersonen dürfen Saatgut nur zu privaten Zwecken vermehren und dann entsprechend verschenken oder tauschen.  

Auf den Saattüten oder in den Veröffentlichungen der Saatgutanbieter tauchen Begriffe auf wie: ‚Neuheit, Neuzucht, geschützte Sorte oder Originalsaat‘. Die Bezeichnungen ‚Neuheit oder Neuzucht‘ sagen nicht viel aus, weil schon geringfügige Abweichungen, z. B. bei der Blütengröße oder der Standfestigkeit, solche Bezeichnungen rechtfertigen.

Sicher ist man bei einer ‚Hochzucht‘, denn erst nach dreijährigem Versuchsanbau beim Bundessortenamt dürfen Samen mit diesem Zusatz angeboten werden. Eine ‚geschützte Sorte‘ ist keine Aussage über Qualität, sondern lediglich das Zeichen, dass Züchterschutz besteht und man die Sorte nicht einfach nachbauen darf. Die ‚Originalsaat‘ garantiert einen gleichmäßig hohen Qualitätsstandart. Ein kontrollierter Nachbau ist besonders bei den sogenannten F1 -Hybriden wichtig. Kleiner Exkurs zu F1 Hybriden: F1 Hybriden sind Kreuzungen aus zwei verschiedenen Elternstämmen. Sie wurden so lange weiter gezüchtet bis sie „reinerbig" sind und eine einheitliche Nachkommenschaft garantieren. Wenn solche reinerbigen Eltern nun kombiniert werden, entstehen in der ersten Generation, die aus der Kreuzung beider Partner hervorgeht, die besagten F1 -Hybriden. Sie zeichnen sich durch absolute Einheitlichkeit aus. Wenn man ihre Nachkommen (Samen) weiterverwendet, sind die Eigenschaften sehr unterschiedlich. F1 Hybriden müssen immer wieder nachgezüchtet werden, darum sind sie als Samen teurer.

Tomatensorte Rote Zora - Die Rote Zora gehört zu den ‚alten Sorten‘ - im Geschmack eher milde, aber aromatisch, meist in länglicher Form und himbeerrot, samenfest und gut wachsend.

Für das Gewächshaus spielen ‚regionale Sorten‘ eher eine geringe Rolle. Mit dem Gewächshaus will man ja gerade die Kulturbedingungen - abweichend vom regionalen Klima - steuern und verbessern. Und nur weil eine ‚regionale Sorte‘ am Standort seit Jahrzehnten angebaut wird, muss sie nicht unbedingt meinem Geschmack entsprechen. Bei den ‚alten Sorten‘ wird häufig vieles verklärt. Sicher ist es wichtig das Genpotenzial alter Sorten zu erhalten. Natürlich sind auch besonders schmackhafte und ertragreiche Sorten dabei, nur … es wurde auch früher immer weiter gezüchtet und verbessert. Wenn man ‚alte Sorten‘ anbauen will, dann, weil man ihren Geschmack schätzt oder weil man den Samen - da reinerbig - selbst gewinnen kann. Trotzdem, jedes Jahr sollte man etwas Neues ausprobieren. Als Beispiel seien hier die Snack- oder Minigurken genannt. Früher gab es große Schlangen- und Einlegegurken, die richtig gut für große Familien waren. Heute, bei den vielen, eher kleineren Haushalten, sind Minigurken viel besser - und nicht weniger lecker! 

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Natürlich sind auch besonders schmackhafte und ertragreiche Sorten dabei

‚Widerstandsfähig‘ ist eine Sorte, die keine genetische Resistenz oder Toleranz gegen Krankheiten besitzt. Sie ist aber trotzdem im Vergleich besser, weil sie dem Standort angepasst ist oder ein festeres und härteres Pflanzengewebe besitzt. ‚Tolerant‘ ist eine Sorte, die nicht vollständig immun gegen eine bestimmte Schädigung ist, aber ohne Einbußen damit fertig wird. ‚Resistent‘ ist eine Sorte, die immun ist gegen die entsprechenden Schaderreger, sie bleibt gesund. Weder Wachstum noch der Ertrag werden durch den Schädiger beeinträchtigt. Das sind Erfolge jahrzehntelanger Züchtung, nicht gentechnischer Veränderungen!

Gurke Picolino Moderne Mini-Salatgurke Picolino F1, leckerer Snack -Gurke, fein-süßes, bitterfreies Fruchtfleisch. Eine rein weiblich blühende Sorte für Freiland und Gewächshaus, resistent gegen Krätze und widerstandsfähig gegen Mehltau und Viruskrankheiten.

Saat mit Hinweisen  - Immer beachten: Hinweise auf den Saattüten, für Gewächshaus geeignet, resistent!

Gewächshausgärtner sollten darauf achten, dass die Sorten auch für das Gewächshaus geeignet sind, viele Hersteller kennzeichnen Ihr Angebot entsprechend. Will man nun doch nicht selber Pflanzen aussäen: Die Jungpflanzen im Gartencenter sind meist »Profi-Sorten«, die schon im Erwerbsgartenbau gute Ertrags- und Qualitätseigenschaften aufweisen sowie einen hohen Resistenzstandard nachgewiesen haben. Ja, und dann sind da ja noch jedes Jahr wieder Neuheiten, ob bei Tomaten, Gurken oder Salaten.