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Mexikanische Versuchungen im Gewächshaus

Wonach schmecken die denn?

Sie ist keine Tomate, sieht aber fast so aus, sie zählt auch zur Familie der Nachtschattengewächse und wird mitunter Grüne Tomate genannt. Den europäischen Geschmack trifft die Grüne Tomate aber irgendwie nicht. In Mexiko, ihrem Heimatland, gilt sie hingegen als Delikatesse. 

Letztes Jahr habe ich sie bei mir angebaut und dann kam meine Frau

 

und hat sie herausgerissen, weil sie nicht reif wurden. Sauer war ich nicht, vielleicht nur ein bisschen, denn sie hat hoch und heilig Besserung gelobt.

Ab und an muss man im Gewächshaus schließlich etwas Ordnung schaffen, meinte sie, und diese Dinger waren ohnehin dabei, die Alleinherrschaft im Gewächshaus zu übernehmen. Wie auch ich kannte sie zwar den Namen, Tomatillo, jedoch nicht den Geschmack.

Als freiwillige Strafe hat sie die Tomatillos dieses Jahr angepflanzt und gepflegt, und das hat sie nicht bereut, soll ich Ihnen sagen. Und ich bin geneigt, ihr Recht zu geben, denn bei liebevoller Zubereitung haben sie durchaus das Potenzial einer Gaumenfreude.  

 

Tomatillo besitzt eine tausendjährige Anbaugeschichte. Es gibt mehrere verschiedene Sorten. Hierzulande setzen sich besonders drei Sorten durch: Tomatillo, „Purple“ , Physalis philadelphica misst 5 cm im Durchmesser, grün unreif und schwarz bis violett im Reifezustand.

Tomatillo, „Verde“, Physalis philadelphica misst 5 cm im Durchmesser, gelb bis grün im Reifezustand und völlig grün unreif.  

Tomatillo, „Cisineros“, Physalis philadelphica. Die Frucht ist größer als bei den anderen Tomatillos, gelb reif und grün unreif.

 

In rohem Zustand ist die Frucht sehr knackig und schmeckt ein bisschen nach nichts, und erst später spürt man einen leicht säuerlichen Geschmack auf der Zunge. Die Tomatillo hat im Innern ganz kleine Kerne, möglicherweise sind sie es, die an die unreifen Stachelbeeren erinnern.  

Drinnen anzüchten und draußen weiterwachsen lassen 


Tomatillos müssen drinnen vorkultiviert werden. Die Samen werden Ende März/Anfang April in Töpfe ausgesät und Ende Mai ins Gewächshaus oder Freiland ausgepflanzt. Bei mir stehen ein paar Pflanzen an der Südseite. Dort gedeihen sie gut, sind aber nicht so weit wie die Pflanzen im Gewächshaus und auch etwas kleiner.

Dafür sind die Gewächshausexemplare schwer zu bändigen. Sie nehmen viel Raum ein, vertragen es aber eng zu stehen, und das tun sie, obwohl die Zuchtanleitung einen großzügigen Pflanzenabstand empfiehlt.

Im Gewächshaus können sie wahrscheinlich dicht stehen, weil sie genügend Wasser und Nährstoffe bekommen, und auch wenn Milben die Blätter ein wenig dezimieren, scheinen die Pflanzen davon recht unbeeindruckt und sahen die ganze Saison über sehr fit und gesund aus. Wenn sie erst einmal Fuß gefasst haben, kommen sie auch mit Trockenheit zurecht.    

Die Samen für das nächste Jahr erntet man selbst. Sie keimen willig, wenn sie von reifen Früchten genommen werden, sogar auch von halbverrotteten Früchten. Die haben die beste Keimkraft.

 

Beitrag von Lars Lund.