• 0 0

Mein erstes Jahr im Gewächshaus

10 Tipps für Anfänger von Alexandra Lehne

„Aller Anfang ist schwer…“ so sagt es ein Sprichwort. Wer schlau ist, macht es sich ein bisschen einfacher und plant. Wer sich ein Gewächshaus zulegt, hat anfangs viele Fragen und vor allem Wünsche.

Fange langsam an und mache Dir eine Liste von den Dingen, die Dir in Deinem Garten wichtig sind.
- Möchtest Du Gemüse anbauen?
- Möchtest Du einjährige Sommerblumen vorziehen?
- Möchtest Du Dein Gewächshaus eher nutzen, um empfindliche Kübelpflanzen zu überwintern?
- Möchtest Du in Deinem Gewächshaus einen Sitzbereich haben und nur mit einzelnen Blühpflanzen arbeiten?
- Oder möchtest Du von allem ein bisschen?

Sobald Du Dich entschieden hast, wie Du Dein Gewächshaus nutzen möchtest, solltest Du es dementsprechend einrichten.

Wer Gemüse anbauen möchte, sollte sich einen Beetbereich anlegen und eine Ecke vorsehen für das Vorziehen von Gemüse. Dafür eignet sich ein Tisch und ich würde sogar über ein Mini-Frühbeet nachdenken.

Wer nur Schnittblumen vorziehen möchte, sollte sich Regale anschaffen, um die Seiten des Gewächshauses voll auszunutzen und viel Platz zu schaffen. Auch das Gipfelregal ist eine äußerst effektive Raumnutzung. Ihr dürft es nur nicht vergessen ;-), durch die Nähe zur Sonne müsst Ihr hier mehr gießen und  pflegen.

Wer in seinem Gewächshaus vorrangig sitzen oder arbeiten möchte, braucht einen guten Untergrund und sollte über Pflaster nachdenken, hier sind alle Möglichkeiten offen. Ich empfehle, den Stil des Bodens an den Rest des Gartens und vielleicht an eine schon vorhandene Terrasse anzupassen.

Ich persönlich habe eine Kombination gewählt, weil ich ALLES in meinem Gewächshaus tun möchte. Es gibt ein festes Beet, einen alten Pflanztisch, Regale an den Seiten und in Zukunft auch einen schönen Pflasterbelag. Momentan habe ich nur den Unterbau dafür, ist aber nicht schlimm, im Kies versickert das Gießwasser wunderbar und das Mineralgemisch hält es sogar noch eine Weile, so dass die Luftfeuchtigkeit beim Wachsen der Pflanzen gut hilft.
Schau mal bei Juliana unter Gewächshauszubehör.

Mache Dir vorab eine Liste, welche Pflanzen Dir wichtig sind und beschränke Dich, sonst wird es schnell zu viel.
Für Gemüse empfehle ich mit „einfachen“ Sorten zu starten. Die kannst Du auch super gemeinsam mit Deinen Kindern anbauen.

Hier empfehle ich:
- Tomate (Starkzehrer)
- Zwiebeln (Mittelzehrer)
- Bohnen (Schwachzehrer)
- Zucchini (Starkzehrer)
- Erbsen (Schwachzehrer)
- Kräuter
- Salat (Mittel-Schwachzehrer)

Gemüse braucht nicht nur Wärme und Licht, sondern auch gute Erde, damit es gut wächst und viel Ertrag bringt.

Der richtige Boden ist so eine Sache, hier ist ein bißchen Experimentierfreudigkeit angesagt. Wichtig ist zu wissen, dass Pflanzen unterschiedlich viel Dünger benötigen, es gibt nämlich sogenannte Starkzehrer und Schwachzehrer. Deshalb wurde rüher das Gemüse in einer 4 Felder Wirtschaft angebaut, immer rotierend, um den Boden optimal zu nutzen und Schädlingsbefall vorzubeugen. Mittlerweile haben wir nicht nur Platz- sondern  auch Zeitmangel und es haben sich Mischkultur und Permakultur genauso spannend und ertragreich erwiesen. Auch hier sollte allerdings auf gute Nachbarn und eine Fruchtfolge geachtet werden.

Die Düngefrage ist wahrscheinlich so alt, wie es Gemüsegärten gibt… Es kommt natürlich auf den richtigen Dünger an, aber auch auf den Zeitpunkt. Um heruaszufinden, ob der Boden überhaupt Dünger benötigt, sollte vorab eine Bodenanalyse gemacht werden. Aus ökologischer Sicht würde ich auf mineralischen Dünger im Gemüsegarten verzichten, und grundsätzlich organischen Dünger bevorzugen. Diesen gibt es unter anderem in derForm von Hornspänen, Kompost, Brennnesseljauche, Pferde- oder Hühnermist. Auch Gründüngungspflanzen kommen gerne zum Einsatz.

Bereits bei der Beetvorbereitung sollte Dünger mit untergemischt werden, eine Nachdüngung geschieht dann besonders für die Starkzehrer ab Juni.

Wie eben schon beschrieben, solltest Du nicht nur darauf achten, welche Pflanze welchen Boden mag, sondern auch welche Pflanze sich mit welcher gut verträgt und sich gegebenenfalls sogar unterstützt.

Hier bekommst Du einen Überblick über die Sorten, die ich mir für mein erstes Jahr im Gewächshaus überlegt habe.

Die Sorten, die sich nicht verstehen, pflanze ich separat in Töpfe oder Pflanzsäcke. Auch die Kräuter bekommen bei mir einen individuellen Platz. So braucht Schnittlauch andere  Standortbedingungen als zum Beispiel Rosmarin oder Oregano. Basilikum fügt sich super in die Beete ein,, genauso wie Salat, das passt fast zu allem.

Kennzeichne gut, was Du pflanzt und vor allem wann Du es gepflanzt hast. So bekommst Du nicht nur einen Überblick über die Ansagt, sondern auch für die Bestückung der Beete. Es hilft für den Zeitpunkt des Umpflanzens und auch für den Zeitpunkt der Ernte. Es eignen sich dafür alte Eisstiele der Kinder, geschnitzte Stecken, Keramiktäfelchen oder was auch sonst noch witterungsbeständig ist.

Optimal Wässern! Viele Berufstätige haben nicht die Zeit, jeden Abend zwei Stunden im Garten zu stehen und die Pflanzen zu wässern, obwohl das sehr meditativ sein kann.
Es eignet sich auch für das Gewächshaus eine automatische Bewässerungsanlage, die nicht nur Arbeit abnimmt, sondern auch die Pflanzen optimal mit Wasser versorgt. So mögen beispielsweise Tomaten das Wässern von unten, direkt an den Wurzeln. Das beugt dem Risiko an Pilzerkrankungen vor und hält die Verdunstungsmenge gering. Wenn mit der Brause gegossen wird, sollte entweder am Morgen oder am Abend gewässert werden, um ein Verbrennen der Pflanzen zu verhindern.

Auch im Gewächshaus kann es zu Schädlingsbefall kommen, denn es bietet für manche unter ihnen perfekte Bedingungen. Ich bevorzuge biologischen Pflanzenschutz und besonders Nützlinge, die sich als gute Helfer erweisen. Man kann hier zum Beispiel auf Marienkäfer zur Bekämpfung von Blattläusen oder Raubmilben gegen Spinnmilben zurückgreifen.

Je nach Standort heizt sich das Gewächshaus in der Sonne sehr schnell auf und es kann zur Überhitzung führen. Wenn Gemüse zu heiss steht, dann hört es auf zu wachsen. Achte dementsprechend darauf, gut zu lüften und gegebenenfalls mit einem Sonnenschutz zu arbeiten. Dafür eignen sich Rollos, Netze oder auch Gardinen, wobei im hier darauf geachtet werden muss, dass der Stoff zum Gewächshausinnenleben passt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Gemüseanbau kann Baumwolle schnell schimmeln. Ich habe von Juliana die schwarzen Rollos angebracht, die können leicht aus- oder eingerollt werden.

Pflege Dein Gewächshaus regelmäßig damit es lange schön bleibt. Besonders Holz kann zur Fäulnis neigen.

Schmutzige Fenster lassen weniger Sonne durch und sollten daher regelmäßig geputzt werden. Hier nutze ich Wasser und Schwamm und für die oberen Fenster einen langen Stiel, an dem ich den Schwamm befestige. Am liebsten warte ich auf einen Regentag, dann spare ich Wasser und die Sonne schafft es nicht, die Scheiben zu schnell zu trocknen, das gibt immer so hässliche Flecken.

Danach entferne ich im Inneren trockene Blätter und Unkraut und alles, was sonst nicht in eine saubere Umgebung gehört. Auch wenn es ein Gewächshaus ist, ich behandle es wie mein zweites Büro. Es fühlt sich schöner an und die Pflanzen danken es ebenfalls.

Leere Töpfe und Kübel werden gereinigt und in die Gartenhütte gebracht. Kleiner Designtipp: Alte unansehnliche Töpfe und Kübel streiche ich gerne! Damit sehen sie wieder frisch aus und mit einer schönen Farbe gestrichen, können auch unterschiedliche Töpfe ein gutes Ensemble bilden. Die passende Farbe gibts zum Beispiel beim Maler Deines Vertrauens. 

Ich hoffe ich konnte Dir mit diesen 10 Tipps Deinen Gewächshausstart etwas vereinfachen und wünsche Dir eine tolle Gartensaison!


Liebe Grüße,

Alexandra