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Kübelpflanzen über den Winter bringen

Im Sommer geben Kübelpflanzen unserem Garten, der Terrasse oder dem Balkon „tropisches“ Flair, quasi ein Dauerurlaubsgefühl. Und dieser Wunsch ist nicht neu, schon die Griechen (die alten Griechen) und überliefert, auch die Chinesen und die Ägypter, versuchten das „Gärtnern im Topf.“

Damals suchte man aber nicht eine möglichst einfache Methode der Pflege, sondern es gab einen praktischen Grund. Guter Gartenboden und Wasser waren knapp. Die Pflege im mobilen Garten schonte Ressourcen, vor allem Wasser! In der Antike schätzte man die „Einheit“ von Gefäß und Pflanze. In der Renaissance war der Kübel ein „fester" Bestandteil der Gartengestaltung. Mit den Pomeranzen, dem bizarren Granatapfel und dem Rosmarin kamen vermutlich auch die ersten „Mobilen" zu uns. Wobei in unserem Klima die Pflege natürlich sehr aufwendig war und in eigenen Gebäuden, den Orangerien ausgeübt wurde.

Spätestens im Oktober muss man sich um die Pflanzen kümmern, denn Frost vertragen die meisten nicht. Gut wer dann ein Gewächshaus oder Wintergarten zur Verfügung hat.

Die Pflege ist auch nicht schwierig, wenn man einige Regeln beachtet. Zuerst, der Überwinterungsraum / das Gewächshaus muss beheizbar und gut belüftbar sein. Bei zu engem, feuchtem Stand ist leicht Pilzbefall möglich. An sonnigen, frostfreien Tagen wird gelüftet, zusätzlich kann ein Ventilator nützlich sein.

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Die Pflege ist auch nicht schwierig

Die Überwinterungstemperatur richtet sich nach den jeweiligen Arten und bewegt sich zwischen frostfrei und 10°C, ein typisches Kalthaus, nur bei wenigen Arten sind 15°C nötig.  Immer wichtig, keine Kaltluftschichten am Boden im Bereich der Gefäße, andernfalls muss man die Gefäße auf Steinen oder Latten, erhöht aufstellen. Auf Pflanzenhygiene achten, das beginnt beim Einräumen und setzt sich bis zum Frühjahr fort. Unkraut, trockene oder gar faulende Blätter, Triebe oder Zweige sind laufend zu entfernen. Das Gießwasser sollte mindestens Raumtemperatur haben. Gegossen wird abhängig von der Raumtemperatur, dem Lichtangebot, der Größe des Gefäßes, dem Zustand des Substrates und der Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus. Sukkulente Pflanzen wie die Agave, Aloe und Yucca, benötigen kaum Wasser, immergrüne Laubgehölze (Oleander) schon mehr. Bei zu viel Wasser bzw. Staunässe werden wurzelschädigende Pilze gefördert, diese Gefahr besteht auch bei Kunststofftöpfen. Unglasierte Tongefäße kühlen durch Verdunstung stärker ab. Zur Vorbereitung für

die Überwinterung gehört das Abreifen der Kübelpflanzen, ab Anfang August wird weniger gedüngt, im September gar nicht mehr und es wird sparsam gegossen. Ist vor der Überwinterung ein Rückschnitt (Nur bei Platzmangel!) erforderlich, sollte das nicht unmittelbar vor dem Einräumen geschehen. Die Schnittflächen müssen erst abtrocknen. Nasse Schnittstellen in der feuchten Gewächshausluft begünstigen u. a. Botrytis-Infektionen. Pilzkrankheiten machen sonst im Winter bei richtiger Luftzufuhr wenig Probleme.

 

Eingeräumt wird nach der Frosthärte, und in dieser Reihenfolge verlassen die Pflanzen im Frühjahr auch wieder das Gewächshaus. Dadurch sind die wärmebedürftigen hinten im Haus untergebracht. (wo sich die Wärme besser hält!) Vor dem Einräumen auf Schädlingsbefall und Krankheiten prüfen! Besonders auf Schildläuse, Woll- oder Schmierläuse, aber auch auf Blattläuse, Thripse und Mottenschildläuse (Weiße Fliege) achten. Gefährlich sind Spinnmilben, deren Arten als Eier oder rote Winterweibchen an den Pflanzen überdauern. (Im Frühjahr setzt dann auf den Blattunterseiten eine Massenvermehrung ein.)  Gut sichtbar sind auch Fraßgänge von Minierfliegen in den Blättern.

Wenn Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig sind, sollte man diese noch am Standort im Garten vornehmen, später im Gewächshaus behindert der enge Stand die Behandlung, zumal bei niedrigen Temperaturen ohnehin nur eine geringere Wirkung erzielt wird. (Für Nützlinge ist es im Herbst zu spät, jetzt muss man auf Spritzmittel, natürliche oder chemische zugreifen!)

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Gefährlich sind Spinnmilben

Übrigens, man kann laubabwerfende oder einziehende Arten bis zum Neuaustrieb auch dunkel überwintern, bei Temperaturen um 6 'C. Dazu gehören: Caesalpinia (Pfauenstrauch, Paradiesvogelbusch), Erythrina (Korallenstrauch), Ficus carica (Feige), Punica (Granatapfel), Hedychium (Zieringwer). Erst mit dem Neutrieb kommen sie dann ins Gewächshaus. Nur frostfrei, aber hell werden Agaven, Callistemon (Zylinderputzer), Eleagnus (Ölweide). Euonymus japonicus, Lantana (Wandelröschen), Lotus berthelotti, einige Musa (Banane), Phoenix (Dattelpalme), Rosmarin und Yucca gehalten. Fast dunkel, also unter Gewächshaustischen kann man Agapanthus (Schmucklilie), Crinum (Hakenlilie) und Eucomis (Schopflilie) unterbringen.  Temperaturen zwischen 4°C und 8°C verlangen Albizia (Seidenbaum). Arbutus (Erdbeerbaum). Aucuba (Aukube), Bleiwurz (Plumbago), Bougainvillea (Drillingsblume), Chamaerops (Zwergpalme). Fuchsien, Lorbeer, Myrten, Oleander, Pittosporum (Klebsame), Solanum rantonnettii (Veilchenbaum) und Trachycarpus (Hanfpalme).

Temperaturen von mindestens 10 °C und viel Licht sind wichtig für Abutilon Acacia retinodes, Brugmannsia (Engelstrompete). Cestrum (Hammerstrauch}, Cistus, (Zistrose) Citrus {Zitronenbäumchen u. a.), Cordyline, Ensete (Zierbanane), Frernontodendron mexikanum, Margeritenbäumchen (Strauchmargerite, Myrtengewächse), Phormium (Neuseeländer Flachs) Passiflora (Passionsblume) Tibouchina (Prinzessinnenblume) sowie für weitere Palmenarten.

Noch ein Tipp, erst die Einheit von Pflanze und Gefäß machen Kübelpflanzen zu wichtigen Schmuckelementen im Garten.  Man sollte deshalb immer auf die Qualität der Gefäße achten, die Pflanzen bleiben ja meist mindestens 2-3 Jahre in einem Gefäß.  Trotzdem aber auch an das Gewicht denken, es gibt durchaus formschöne, qualitativ hochwertige Kunststoffgefäße.