• logo
  • 0 0

Kaufen Sie die richtige Erde für Gewächshaus und Garten?

  Was wir mit einem Sack Pflanzenerde kaufen, ist zum größten Teil noch gar nicht das, was wir unter Erde verstehen. Vielmehr handelt es sich um Torf mit Zusätzen wie Lehm, Sand, Dünger oder Kalk. Ein Sack Pflanzenerde fürs Gewächshaus kostet zwischen 2 und 6 €.

 

 

Der Preisunterschied macht sich in erster Linie an drei Dingen fest:

Dem Material, das dem Torf zugesetzt wird;

Der Qualität des Torfprodukts selbst;

Der Füllmenge, also dem, was tatsächlich im Sack ist.

Die Bio-Erde ist vielleicht gar nicht so Bio wie wir glauben?

Qualität

Die Qualität des Torfs hängt davon ab, wie hell oder dunkel er ist. Auf der Verpackung wird der helle Torf als grob und der dunkle als fein bezeichnet. Je heller der Torf ist, umso besser ist die Qualität. Ein heller Torf ist grob und enthält sehr viel Luft und Hohlräume, was den Wurzeln der Pflanzen zugute kommt. Dadurch ist der helle Torf besonders für Kapillarkästen im Gewächshaus oder für Beete mit saurem Boden geeignet. Der helle Torf wird langsamer als dunkler Torf abgebaut. Das heißt, er wird nicht so schnell zu dunklem, verklumptem Torf. Dunkler Torf ist schnell durchnässt. Das ist andererseits ein Vorteil bei Töpfen, die an einem heißen Sommertag schnell austrocknen. Denken Sie jedoch immer daran, Staunässe zu vermeiden.

Zusätze

Torf ohne jegliche Zusätze ist natürlich günstiger als Torf mit Zusätzen. Dem Torf kann Naturdünger zugesetzt sein und der kostet dann mehr als Kunstdünger. Es kann auch Leca zum Entwässern zugesetzt sein. Saat- und Anzuchterde wird häufig Sand, und Rosenerde etwas Lehm beigemengt. Zusätze kosten Geld, sowohl in der Herstellung als auch fürs Material, und dafür bezahlen wir.

Bio?

Insgesamt nimmt die Torfqualität rapide ab. Das liegt daran, dass die Hochmoore dieser Welt mittlerweile keinen guten Torf mehr führen. Früher galt der schwedische Torf als der beste, doch auch dessen Qualität hat deutlich abgenommen, weil die Schweden dabei sind, ihre Naturlagerstätten auszuschöpfen.

Füllmenge

Bei Pflanzenerde in Säcken spielt die Füllmenge eine nicht unerhebliche Rolle. Es macht nämlich einen Unterschied, ob ein Sack 40 oder 50 Liter Erde enthält. Je größer die Füllmenge, umso besser ist das für die Pflanzen. Es gibt auch Bio-Produkte und etwas teurere Pflanzsäcke, doch wenn man die Warendeklaration auf der Rückseite liest, erweisen sich einige der Bio-Produkte paradoxerweise als gar nicht so Bio, wie die Verpackung weismachen will. Das liegt vor allem am Inhaltsstoff Torf, der aus ökologischer Sicht besser nicht verwendet werden sollte, weil die Torfproduktion unsere Natur zerstört.

Alternativen

 

Zwei gute Alternativen bei gekaufter Erde sind Kokoserde und ein Produkt namens Champost. Das Problem in Bezug auf diese beiden Produkte ist, dass die Verbraucher zum einen nicht bereit sind, für ein super Produkt einen höheren Preis zu bezahlen, und zum anderen dass es sehr schwierig ist, mit alten Gewohnheiten zu brechen. 
Kokos hat die guten Qualitäten des Torfs. Es ist luftig und nimmt schnell Wasser und Nährstoffe auf zur Speicherung für die Pflanzen. Gleichzeitig handelt es sich um ein Recyclingprodukt aus vermahlenen Kokosschalen. Leider ist Kokos sehr schwer zu beschaffen. Es wurde gelegentlich bei ALDI und Ikea gesehen.


Champost ist aus kompostiertem Pferdedung hergestellt. Früher war das wiederverwendeter Kompost aus der Champignonzucht. Wegen des Preises wird er leider nicht im gleichen Umfang verkauft wie torfbasierte Produkte.

 

Beitrag von Lars Lund