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Gewächshaus leeren und auf Neustart gehen

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So halten Sie das Gewächshaus über den Winter in Gang

Im Herbst packen die meisten den Garten ein. Das Gewächshaus wird mit Wasser und Schmierseife gereinigt und dann zieht man sich nach drinnen zurück.

Im Gewächshaus besteht aber trotzdem weiter die Möglichkeit, für den Winterverbrauch anzubauen und insbesondere auch um Gemüse auszusäen,  

 

 

 

das dann früher kommt, als wenn man mit der Aussaat bis zum Frühjahr wartet. 
Meine Nachbarin ist aus Thailand und hat dort in einer Pflanzenschule gearbeitet. Dort herrscht bekanntlich ein anderes Klima als hier im Norden, doch das war ihr bisher noch gar nicht aufgefallen. Hier in Dänemark macht sie mit den Pflanzen alles, was man in unserem Klima nicht machen darf, und fast alles gelingt ihr.

Von ihr habe ich gelernt, dass man keine Angst davor haben soll, etwas Neues auszuprobieren. Wer sagt denn, dass das, was wir vielleicht jahrhundertelang gelernt haben, immer noch Bestand hat. Das Klima hat sich ja verändert, also keine Angst vor Experimenten! 


Hier aber einige der gesicherten Erkenntnisse:

 

  

GEWÜRZKRÄUTER

Ganz viele Küchenkräuter leben im Gewächshaus wie die sprichwörtliche Made im Speck. Das gilt zum Beispiel für Salbei, Zitronenmelisse, Thymian, Pfefferminze, Oregano und Schnittlauch, wenn wir diese kleinen Zwiebeln mit zu den Kräutern rechnen wollen. Rosmarin hingegen mag keinen Frost. Sie können den ganzen Winter über frische grüne Kräuter ernten. Vergessen Sie aber nicht, von Zeit zu Zeit nach dem Rechten zu schauen. Besonders wenn die Sonne heizt, kann es trocken werden.

 

  

SALATE

Feldsalat gelingt fast immer. Der wächst wild in der Natur und gedeiht auch in einem Wintergewächshaus gut, wo er die Küche durchgehend mit Grünem versorgt. Andere Salate wären Winterportulak, Rucola, Senf und Winterkresse, die sich gut zum Bestreuen eignet. Im November ausgesäter Eisbergsalat kann im März/April geerntet werden.

 

  

ANDERES GEMÜSE

Knoblauch und Schlangenknoblauch, der im Oktober/November gesteckt wird, ist im März/April zum Auspflanzen bereit.
Die kleinen Zwiebeln aus der Ernte des Herbstes können im Gewächshaus gesetzt werden und liefern im Frühjahr frische Triebe.
Kohl, Radieschen, Petersilie, Dill, Zwiebeln, Möhren können im November ausgesät werden und sind vom Frühjahr an bis hin zum Sommer erntbar.

 

HOLEN SIE DEN GARTEN HEREIN

Im Garten stehen Grünkohl und Winterporree. Sie vertragen Frost und wenn Sie einige Pflanzen ausgraben und ins Gewächshaus setzen, wachsen sie einfach weiter. Zu Weihnachten haben Sie dann Grünkohl, der glatt als Weihnachtsbaum durchgehen kann. Rhabarber kommt zeitig, wenn Sie ihn jetzt anpflanzen. 

Erdbeeren sind im Gewächshaus immer zeitig erntereif.
Kartoffeln können im Januar/Februar gelegt werden.

VERLÄNGERT DIE SAISON

Generell kann man sagen, dass ein Gewächshaus die Saison verlängert. Sie können früher anfangen und später ernten. Durch Experimentieren werden Sie auch erleben, dass einige Pflanzen im Gewächshaus nicht gedeihen, weil es einfach zu warm wird.

Umgekehrt bedeutet die Wärme auch, dass Sie Früchte anbauen können, die Sie sonst nicht anbauen könnten, oder deren Freilandanbau zu schwierig wäre. Es gibt Gemüse, das erst dann keimbereit ist, wenn seine „biologische Uhr“ ihm sagt, dass es nun Zeit zum Keimen ist.

Kartoffeln zum Beispiel behalten lange ihre Keimfähigkeit und können daher sowohl zeitig als auch spät ausgepflanzt werden, jedoch nicht so, dass Sie ganzjährig „neue“ Kartoffeln haben – aber fast. Blumen sind ein Kapitel für sich. Tulpen blühen im Gewächshaus beispielsweise früher und Sie können Stiefmütterchen jetzt aussäen zum späteren Auspflanzen.

 

 

 

Beitrag von Lars Lund.